Archiv für den Monat: Juni 2012

Mosel Tour 2012

Fast 800 Kilometer legten wir in der vergangenen Woche auf unserer Jahrestour an die Mosel zurück. Elf Clubmitglieder hatten sich zu dieser Fahrt entschlossen, neun Rollerfahrer sowie Sabine Schriever und Helga Kriesten im Begleitfahrzeug.   

  Auch wenn der Start der Fahrt sich nicht so glücklich gestaltete, insgesamt gesehen konnten wir sehr zufrieden sein. Fronleichnam trafen wir uns um acht Uhr auf dem Parkplatz Wildenkuhlen. Wer noch keine Regenkombi anhatte, zog diese spätestens jetzt über, die ersten Tropfen fielen vom Himmel. Die Tour führte über Bergneustadt, wo sich noch Katharina und Thomas Krause der Gruppe anschlossen. Wintrich, in der Nähe von Bernkastel Kues, war das Ziel und es sollte bis dorthin keine Autobahn, nur Landstraße gefahren werden. Stefan Kriesten übernahm die Führung, ausgerüstet mit einem zuverlässigen Navigationsgerät. Für uns ging es nun an Waldbröl vorbei, mitten durch den Westerwald, über Koblenz, den Hunsrückhöhenweg entlang direkt in das Moseltal. Bevor wir unser Quartier in Wintrich ansteuerten, machten wir Rast in Berkastel Kues. Wie ausgewechselt war nun das Wetter. Die Sonne schien, es war warm geworden und die Straßencafes waren bis auf den letzten Platz besetzt. Nach einem Bummel durch die Stadt kam die letzte Etappe des Tages, ein Weingut in Wintrich. Auch wenn der Ort mit seinen knapp 1000 Einwohnern sehr klein war, gefeiert wurde hier kräftig. Gleich schon am ersten Tag bot sich für uns der Besuch des örtlichen Pfarrfestes an. Hier gab es Wein von den örtlichen Winzern und die ersten Kontakte zu Einheimischen wurden geknüpft. Leider nahm das Fest ein plötzliches Ende, ein heftiger Regenguss ließ die Besucher unter Zelte oder nach Hause flüchten.

Für den nächsten Tag war eine Fahrt nach Cochem angedacht. Entlang der Mosel, durch viele Kurven und malerische Städtchen, war gegen die Mittagszeit dieser stark besuchte Touristenort erreicht. Menschenströme schoben sich durch die kleinen Gassen und kein Meter Hausmauer blieb durch Souveniergeschäfte oder anderen Läden ungenutzt. Auf der Rückfahrt kehrten wir noch in Mesenich ein und besuchten dort den Winzer, von dem wir unseren Weißwein für den Glühwein auf dem Kiersper Weihnachtsmarkt beziehen. Obwohl die Wettervorhersage eher mäßig war, hatten wir einen idealen Tag, um mit unseren Fahrzeugen das Moseltal zu genießen. Für den Samstag hatte sich der Club vorgenommen, die Mosel in südlicher Richtung zu erkunden. Das Ziel war dieses Mal Trier, wo Gertrud Goldbach für die Gruppe einen guten Bekannten, Dr. Reinhold Wacker, für eine Stadtführung gewinnen konnte. Der studierte Historiker zeigte den Sauerländern die alten Wohntürme inmitten der Stadt, führte sie zur Porta Nigra, versorgte sie mit geschichtlichem Hintergrundwissen und ließ sie in die Basilika eintreten, dem Thronsaal des ehemaligen Kaisers Konstantin. Dieser Saal wird heute als evangelische Kirche genutzt. Auch der älteste Dom Deutschlands, der Trierer Dom, und die Liebfrauenkirche gehörten zum Besich-tigungsprogramm. So viel Kultur machte durstig und hungrig, da kam eine Pause in der Weinstube Kesselstadt, im Schatten der geschichtsträchtigen Mauern gerade richtig. Frisch gestärkt fuhren wir sodann nach Luxembourg, um uns dort mit Kaffee, Tabak und Benzin einzudecken. Viel Zeit blieb für das Nachbarland jedoch nicht, für abends hatten wir uns den Besuch der Weinblütenwanderung über den Weinlehrpfad zum „Großen Herrgott“ in Wintrich vorgenommen. Eintritt war hier ein kleines Glas zum Preis von sechs Euro, welches vor Beginn der Weinblütenwanderung verkauft wurde. Über 800 Menschen hatten sich bei herrlichstem Wetter eingefunden, um mitzugehen. Emsige Wintricher schenkten den Gästen lieblichen oder trockenen Weißwein in ihre Gläser, so viel sie nur mochten. Voran ging die Weinkönigin Carolin I. mit Weinprinzessin Diana. Unterwegs gab es noch Schmalzbrote und vom „Großen Herrgott“ aus hatten wir einen herrlichen Blick über das Moseltal. Der Ausklang des Abends fand auf dem Marktplatz bei Livemusik und viel Wein statt und einige von uns waren eher auf der Tanzfläche, als vor der Leinwand mit dem EM-Spiel Deutschland gegen Portugal zu finden. Mit dem nächsten Tag stand wieder die Heimfahrt auf dem Plan. Dieses Mal konnten wir unsere Regenkombi im Koffer lassen, denn die Sonne begleitete uns auf dem ganzen Weg. – GeG